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Lichtwellenleiter für die industrielle Kommunikation

??? | Ratioplast-Optoelectronics GmbH Paul-Martin Kamprath | pk components GmbH

Im Jahr 1960 wurde in einem amerikanischen Labor erstmals ein Laserstrahl aus einem Rubinkristall erzeugt. Als Transportmedium diente damals Luft – allerdings war der Strahl in der Luft nur begrenzt richtungsstabil. Die Erkenntnis, dass Licht ein Träger für äußerst hohe Datenraten sein kann, führte zur Entwicklung eines neuen Übertragungsmediums: Glas. Dieses ermöglichte es, Licht verlustarm, richtungsstabil und mit deutlichen Vorteilen gegenüber Kupfer zu übertragen.

Heute werden Glasfasern in industrieller Fertigung in sehr hoher Reinheit hergestellt. Sie kommen in zahlreichen Bereichen der Industrie und Telekommunikation zum Einsatz und gelten in vielen Anwendungen als Stand der Technik – nicht zuletzt wegen ihrer technischen und wirtschaftlichen Vorteile gegenüber alternativen Übertragungsmedien.

Auch Kunststofffasern finden heute in vielen industriellen Anwendungen Verwendung. Die Fertigungsqualität ist mittlerweile sehr hoch und bietet Anwendern eine große Auswahl an Produkten. Dazu zählen Multicore-Fasern mit ausgezeichnetem Dämpfungsverhalten, UL-gelistete Fasern sowie Varianten, die strengen Brandschutzvorgaben entsprechen. Mit den heute verfügbaren Fasertechnologien und Produktionsmöglichkeiten lassen sich nahezu alle Anwendungsfälle zuverlässig abdecken.

Die Lichtwellenleitertechnik (LWL) gewinnt im Zuge des Breitbandausbaus und der direkten Glasfaseranbindung bis in die Gebäude zunehmend an Bedeutung – auch im privaten Bereich. Damit ist sie längst nicht mehr nur den „Datenautobahnen“ vorbehalten. 

Gleichzeitig steigen in Industrie und Automatisierung sowohl der Vernetzungsgrad als auch die benötigten Datenraten kontinuierlich. Die Anforderungen an Feldbus-Systeme wie PROFIBUS, SERCOS oder PROFINET wachsen entsprechend. In vielen Fällen ist eine kabelgebundene Übertragung hoher Datenraten der drahtlosen Kommunikation aufgrund ihrer höheren Stabilität überlegen.

Gerade in elektromagnetisch belasteten Umgebungen kann die LWL-Technik ihre Vorteile voll ausspielen – denn sie ist unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen. So lassen sich selbst anspruchsvollste Anwendungen zuverlässig abdecken.

Die wesentlichen Vorteile für den Einsatz der LWL-Technik sind:

  • Hohe Übertragungskapazität
  • Absolute galvanischeTrennung
  • Störsicherheit gegenüber EMV-Einflüssen
  • kein Übersprechen
  • Ex-Schutz
  • Gewichtsreduzierung

In der industriellen Kommunikation werden heute Lichtwellenleiter aus Kunststoff (POF, Polymer optische Faser) vorrangig verwendet. Diese finden für Leitungslängen zu einigen 100 Metern Anwendung und sind kostengünstiger als Glasfaser.

Aufbau des Lichtwellenleiters

In der Kommunikationstechnik dient der Lichtwellenleiter (LWL) als Übertragungsmedium für Informationen, die in Form von Lichtsignalen übertragen werden. Die Übertragung von Licht erfolgt in Form von elektromagnetischen Wellen in den Wellenlängenbereichen von 600 -1750 nm. Obwohl nur der Bereich zwischen 380 und 780 Nanometern als sichtbares Licht gilt, wird für die Datenübertragung überwiegend der infrarote Bereich genutzt, der oberhalb von 780 Nanometern liegt. Kürzere Wellenlängen unterhalb von 380 Nanometern gehören zum ultravioletten Bereich. Die Lichtausbreitung im LWL erfolgt nach dem physikalischen Prinzip der Totalreflexion.

Lichtwellenleiter aus Kunststoff haben typischerweise einen Durchmesser von etwa 0,1 Millimetern. Sie sind besonders flexibel, aber auch empfindlich gegenüber mechanischen Einflüssen. Der Faserkern bildet das Zentrum des Lichtwellenleiters und leitet das Licht aufgrund seines höheren Brechungsindexes im Vergleich zum umgebenden Mantelmaterial. An der Grenzfläche zwischen Kern und Mantel erfolgt eine wiederholte Reflexion des Lichtstrahls, wodurch dieser nahezu verlustfrei durch den Leiter geführt werden kann – selbst bei Biegungen. Das Mantelmaterial (Mantelglas) ist ein optisch transparentes Medium, an dem die Totalreflexion stattfindet und das den Lichtstrahl im Kern hält.

Aufbau eines Lichtwellenleiters mit Polymeroptischer Faser
 

Der Mantel – auch Cladding genannt – besteht aus einem dielektrischen Material mit einem niedrigeren Brechungsindex als der Kern. Dieses Material ist nichtmetallisch und nichtleitend, es enthält also keinerlei metallische Bestandteile.

Das Coating ist eine Kunststoffbeschichtung, die direkt auf die Oberfläche des Mantelglases aufgebracht wird und einen mechanischen Basisschutz bietet. Darüber hinaus folgt das sogenannte Buffering – ein Schutzmaterial, das auf das Coating aufextrudiert wird. Es schützt die Faser zusätzlich vor äußeren Einflüssen. Buffering kann auch als Hohlröhrchen ausgeführt sein, das die Faser innerhalb des Kabels entkoppelt und so vor mechanischem Stress bei Bewegungen schützt.

Die Lichteinkopplung in den Lichtwellenleiter

Der eigentliche Lichttransport erfolgt im Kern des Lichtwellenleiters (LWL), weshalb dieser auch als aktiver Teil des LWL bezeichnet wird. Trifft ein Lichtstrahl unter einem bestimmten Winkel auf die Stirnfläche des Faserkerns, wird er beim Eintritt in die Faser gebrochen. Damit Lichtstrahlen effizient in den LWL eingekoppelt werden können, müssen sie innerhalb eines definierten Winkelbereichs auf die Stirnfläche treffen. Dieser maximale Winkel wird als Akzeptanzwinkel bezeichnet. Der Sinus des Akzeptanzwinkels ergibt die numerische Apertur (NA). Eine hohe NA bietet zwei Vorteile: Sie ermöglicht eine hohe Einkopplungseffizienz und verringert gleichzeitig die Biegeverluste der Faser.

Die im LWL ausbreitungsfähigen Lichtstrahlen werden als Moden bezeichnet. Ausbreitungsfähig sind nur diejenigen Moden, die die Interferenzbedingungen des Faserkerns erfüllen. Das bedeutet, dass Lichtwellen je nach ihrem Verlauf in der Faser gleichphasig oder gegenphasig zueinander sein können. Je nach Phasenlage kommt es zu einer Verstärkung, Abschwächung oder vollständigen Auslöschung der Lichtwellen.

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Dämpfungseigenschaften des Lichtwellenleiters

Ein weiteres Maß für die Qualität von Lichtwellenleitern (LWL) ist die Dämpfung, angegeben in Dezibel pro Kilometer (dB/km). LWL werden nach verschiedenen Verfahren und aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Die Dämpfungswerte hängen sowohl von der elektromagnetischen Wellenlänge als auch vom verwendeten Material ab. Im Wesentlichen wird die Dämpfung durch Materialverunreinigungen verursacht. Bereiche mit besonders geringen Dämpfungswerten entlang der Faser werden als optische Fenster bezeichnet und gezielt für die Datenübertragung über LWL genutzt. In der praktischen Anwendung liegen diese Fenster bei:

  • 650–660 nm für Kunststofffasern
  • 850 nm, 1300 nm und 1550 nm für Glasfasern

Für moderne Telekommunikationsanwendungen kommen Systeme mit Wellenlängenmultiplex-Verfahren (WDM) zum Einsatz. Dabei werden mehrere Signale mit unterschiedlichen Wellenlängen gleichzeitig über einen LWL übertragen und am Empfänger mithilfe optischer Filter wieder getrennt. Dies ermöglicht eine besonders effiziente und wirtschaftliche Nutzung der Lichtwellenleiter.

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Mögliche Vorteile der Lichtwellenleiter-Übertragungstechnik

Störsicherheit gegenüber elektromagnetischen Einflüssen

Lichtwellenleiter (LWL) sind unempfindlich gegenüber magnetischen und elektromagnetischen Feldern. Im Gegensatz zu kupferbasierten Leitungen werden sie nicht durch schlecht abgeschirmte elektrische Geräte oder Verbraucher wie Kraftfahrzeuge, Generatoren, Frequenzumrichter oder Elektromotoren beeinflusst. Es tritt weder Übersprechen noch eine Einkopplung magnetischer Felder auf. Daher können LWL-Kabel problemlos parallel zu Starkstromleitungen, durch Trafostationen oder in unmittelbarer Nähe zu starken elektromagnetischen Quellen wie Funksendern oder MRT-Geräten verlegt werden.

Hohe Übertragungskapazität

  • Schneller Datenaustausch von LWL-Sender und Empfänger
  • Durch Multiplexen können gleichzeitig mehrere Signale parallel über eine Glasfaser übertragen werden
  • Höhere Reichweiten als mit Kupferkabeln bei gleicher Datenrate möglich.

Eine absolute galvanische Trennung

Mit Lichtwellenleitern (LWL) besteht keine leitende elektrische Verbindung zwischen den Teilnehmern – sie teilen sich daher kein gemeinsames Massepotential. Glas- und Kunststofffasern sind elektrisch isolierend, wodurch Masseschleifen vermieden werden, die andernfalls durch Ausgleichsströme Messgeräte und elektrische Systeme beschädigen könnten. Darüber hinaus bieten LWL einen wirksamen Blitzschutz: Bei Blitzeinschlägen können sich elektromagnetische Schockwellen über Kupferleitungen ausbreiten und dabei sowohl nahe als auch weit entfernte Bus­teilnehmer sowie gespeicherte Daten zerstören – dieses Risiko entfällt bei LWL.

Ex-Schutz

Bei Trennung eines LWL-Steckverbindersystemes entstehen keine elektrischen Abreißfunken, die z.B. explosive Gase entzünden könnten.

Gewichtsreduzierung

Das übertragungstechnische Äquivalent von Glas zu Kupfer liegt bei etwa 1:1000. Das bedeutet: Mit nur 1 kg Glasfaser lassen sich dieselben Übertragungsleistungen erzielen wie mit 1000 kg Kupfer in Form von Koaxialleitungen. Daraus ergeben sich entscheidende Vorteile – insbesondere kleinere Kabelquerschnitte und ein deutlich geringeres Gewicht. Bei der Nachinstallation von Lichtwellenleitern (LWL) können in der Regel bestehende Installationssysteme weiterverwendet werden. Bei Neuinstallationen ermöglichen kompaktere Systeme eine platzsparende Verlegung. Zudem muss der Planer keine Rücksicht auf bestehende elektrische Netze nehmen, was die Planung vereinfacht und beschleunigt.

Hohe Bandbreite

Der Übertragungsbreich von LWL beträgt 0 Hz – 100 Gigahertz, d.h. die Bandbreite von einem einfachen Dauersignal bis zu mehreren Milliarden Bits sind mit LWL realisierbar.

Hohe Datenabhörsicherheit

Die Daten können nur mit sehr hohem technischen und finanziellen Aufwand erfasst und abgetastet werden. Damit ist die Datenübertragung sicherer als mit Kupferleitungen.

Die unterschiedlichen LWL-Fasertypen

Polymer Optische Faser

Polymere optische Fasern (kurz POF, englisch polymeric optical fiber oder plastic optical fibre) sind Lichtwellenleiter aus Kunststoff, die zur Datenübertragung verwendet werden. Vor allem im Bereich der Kurzstreckenkommunikation gelten POF als kostengünstige und flexible Alternative zur Glasfaser – dem derzeit bedeutsamsten Lichtwellenleiter.

Querschnitte Lichtwellenleiter Fasertypen

Hard Clad Silica Fiber

Hard Clad Silica Optical Fiber (kurz HCS-Fiber) bezeichnet einen Lichtwellenleiter mit einem optischen Kern aus Quarzglas und einem Mantel aus Kunststoff. Aufgrund ihrer mittleren Bandbreite und einer Übertragungsrate von unter 100 MBit/s eignen sich HCS-Fasern besonders für mittlere Distanzen von bis zu 2 Kilometern – etwa in lokalen Netzwerken innerhalb von Gebäuden oder in industriellen Anwendungen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Dämpfung, desto geringer die erreichbare Übertragungsstrecke.

Multimode Glasfaser

Die am weitesten verbreiteten Multimode-Glasfasern im Telekommunikationsbereich sind 50-µm- und 62,5-µm-Gradientenindexfasern. Multimodefasern – auch als Mehrmoden- oder Gradientenindexfasern bezeichnet – besitzen einen großen Kerndurchmesser und bestehen aus verschiedenen Materialschichten, wodurch sie mehrere Lichtmodi gleichzeitig übertragen können. Dies führt zu einer höheren Bandbreite. Grundsätzlich unterscheidet man bei Multimodefasern zwischen Stufenindex- und Gradientenindexfasern.

Singlemode Glasfaser

Singlemodefasern leiten Lichtwellen nahezu geradlinig durch die Faser, da ihr Kerndurchmesser im Verhältnis zur Wellenlänge des Lichts so klein ist, dass sich nur ein einziger Modus ausbreiten kann. Dadurch eignen sie sich ideal für weite Strecken. Singlemodefasern sind vor allem für Stadt- und Zugangsnetze optimiert und ermöglichen hohe Übertragungsgeschwindigkeiten bei gleichzeitig großer Reichweite.

Technische Übersicht zu den unterschiedlichen Fasertypen

  Polymer Optische Faser

Hard Clad Silica Fiber

Glas optische Faser

Glas optische Faser

Glas optische Faser

Mode

Multimode

Multimode

Singlemode

Multimode

Multimode

Fasertyp Stufenindex

Stufenindex

Stufenindex

Gradientenindex

Stufenindex

Ø Kern/Mantel µm

980/1.000 200/230 9/125 50/125 62,5/125

Ø 1. Schutzhülle µm

2.200 500 250 250 250
Numerische Apertur 0,47 0,37 - 0,2 0,275
Typische Wellenlängen in nm 660 660 1.300 850 & 1.300 850 & 1.300

Dämpfungskoeffizent dB/km

         
Bei 650nm 180 10 - - -
Bei 850nm 2.000 8 - ≤3,0

≤3,5

Bei 1300nm - - ≤0,4 ≤0,7

≤0,8

Anwendungsbereiche für Polymer optische Faser (POF)

  • Audiotechnik und digitale Audioübertragung: Standard SPDIF
  • Automotive, Fahrerinformationssysteme (Radio, Navigation, Telefon): MOST
  • Automatisierung Maschinen- und Anlagensteuerung: Profibus, Interbus, SERCOS
  • Bahntechnik Umrichteransteuerung: Lokomotiven, Straßenbahnen, O-Busse
  • Fördertechnik, Schleppkettenanwendungen: hohe Biegezyklen
  • Medizintechnik MR und CT-Tomographen: EMV-Beständigkeit, galvinische Trennung
  • Messtechnik Labor- und Prüftechnik: EMV-Beständigkeit, galvanische Trennung
  • Netzwerktechnik Industrienetze, Heimnetze: einfache Verarbeitung
  • Schweißtechnik mit extremen Störumfeld: EMV-Beständigkeit, galvanische Trennung
  • Sensorik: Lichtschranken, Farbsensoren, Feuchtesensoren, Biegesensoren
  • Lichttechnik: Lichtverteilung und Lichteffekte

Steckverbinder für die Lichwellenleitertechnik

Steckverbinder F-SMA und F-ST

Der LWL-Steckverbinder in der Bauform F-SMA ist speziell für Anwendungen mit Standard-1-mm-Kunststofflichtwellenleitern optimiert, bei denen eine schnelle und einfache Konfektionierung sowie sehr gute optische und mechanische Eigenschaften gefordert sind. Dank der überzeugenden optischen Leistungsfähigkeit und der einfachen Anschlusstechnik finden die Steckverbinder F-SMA und F-ST in zahlreichen Anwendungen Verwendung:

  • Optische Netzwerke
  • Industrieelektronik
  • Leistungselektronik
  • Consumer-Elektronik

(Wo ist der Unterschied zwischen F-SMA und F-ST?) 

F-SMA und F-ST Steckverbinder (bessere Bilder?)

Steckverbinder HFBR

Für Anwendungen in der Industrie mit Bauelementen der Versatile Link Serie gibt es Steckverbinder in Kunststoffausführung. Die Bauformen ermöglichen sowohl Simplex- als auch Duplexlösungen mit POF von 2,2 - 2,3mm. Die Konfektionierung erfolgt durch Crimpung des Fasermantels. Anwendungsmöglichkeiten:

  • Fabrik-Automation
  • Medizinische Geräte
  • Telekommunikations-Systeme
  • Leiterplatten

Steckverbinder HFBR (rechts: Bauform R-453-x)

Der LWL-Steckverbinder Bauform R-453x ist speziell optimiert für Anwendungen eine schnelle und einfache Konfektionierung bei sehr guten optischen und mechanischen Eigenschaften fordern. Der große Vorteil des hier abgebildeten Klemmsteckverbinders ist die einfache Konfektionierung ohne teures Spezialwerkzeug. Zur Konfektionierung des Steckverbinders mit 1/2.2 mm POF-Kabel wird folgendes Werkzeug empfohlen:

  • Abisolierer
  • Polierscheibe, Simplex
  • Polierscheibe, Duplex
  • Polierbogen, Körnung 1000
  • Polierbogen, Körnung 4000

Die LWL-Übertragungsstrecke

Jede LWL-Übertragungsstrecke besteht in der Grundform aus einem:

  • Sender = Transmitter = Elektrooptischer Wandler
  • Empfänger = Receiver = OptoelektrischerWandler
  • LWL-Kabel als Übertragungsmedium, und einem
  • Steckverbinder als Verbindungselement.

Optische Übertragungsstrecke

Serielle Datenübertragung

Die optische Datenübertragung erfolgt seriell. Vorhandene parallele Daten werden mithilfe eines Multiplexverfahrens seriell aufbereitet und am Ende der optischen Übertragungsstrecke wieder in parallele Daten zurückgewandelt. Dies geschieht im Zeitmultiplexverfahren durch den Einsatz von Multiplexern und Demultiplexern (Mux/Demux). Da die Übertragung in Form digitaler Signale erfolgt, spricht man auch von einer bitseriellen Datenübertragung. Analoge Signale werden zuvor mittels A/D-Wandlern in digitale Signale umgewandelt, da eine digitale Übertragung über Lichtwellenleiter (LWL) deutliche Vorteile bietet.

Elektrooptische Wandler und optische Sender

Elektro-optische Wandler sind optische Sender und existieren in den Ausführungen Laser (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) und LED (Light Emitting Diode). Diese wandeln die elektrischen Signale in optische Signale. LEDs sind inkoheränte Lichtquellen für Wellenlängen 660 nm, 850 nm und 1300 nm. Laser sind kohärente Lichtquellen für Wellenlängen 660 nm, 1300 nm, 1500 nm. Kohärent steht für ein zusammenhängendes Lichtbündel gleicher Wellenlänge.

Den Einsatz dieser Sender als Laser oder LED bestimmen die Anwendungsparameter:

  • Datenübertragungsraten
  • Datenübertragungslängen
  • Wirtschaftlichkeit
  • Zuverlässigkeit (Lebensdauer)

Laserdioden werden aufgrund ihrer hohen Datenraten und großen Reichweiten in Kommunikationssystemen, etwa in der Telekommunikation, in der Fernwirktechnik für Bahnsignale sowie in der Stromerzeugung eingesetzt. Die dabei verwendeten Wellenlängen liegen typischerweise im Bereich von 1310 nm bis 1600 nm. In der Industrieelektronik und in lokalen Netzwerken (LAN) kommen hingegen häufig LEDs zum Einsatz. Sie gelten als wirtschaftlicher, da sie einfacher im Schaltungsaufwand sind, eine längere Lebensdauer aufweisen und kostengünstiger als Laserdioden sind. Gängige LED-Wellenlängen sind 650 nm (rotes Licht) und 850 nm (Infrarot). Auch LEDs mit Wellenlängen von 520 nm (blau) und 570 nm (grün) sind am Markt erhältlich, finden jedoch bislang nur in begrenztem Umfang Anwendung.

Opto-elektronische Wandler und optische Empfänger

Die optoelektronischen Wandler werden zur Rückwandlung der optischen Signale in elektrische Signale verwendet. Als Bauelemente werden hier Fotodioden eingesetzt. Diese gibt es im wesentlichen als

  • Fotodioden ohne eingebautem Verstärker (Pin-Dioden)
  • Fotodioden mit eingebautem Verstärker (Avalanche-Dioden)

Auch bei Fotodioden erfolgt der Einsatz abhängig von:

  • Datenübertragungsraten
  • Datenübertragungslängen
  • Wirtschaftlichkeit
  • Zuverlässigkeit (Lebensdauer)

Empfangsdioden unterliegen weniger engen Wellenlängentoleranzen als Sendedioden. Daher eignen sie sich gut für den Einsatz mit Polymer-Optical-Fibers (POF) und Glasfasern, da sie einen breiten Wellenlängenbereich von etwa 500 nm bis 900 nm abdecken. In der Telekommunikation und Datenübertragung über größere Distanzen – teilweise deutlich über 5 km – werden hingegen Fotodioden mit höheren Wellenlängen benötigt.

Der mechanische Aufbau der Sende- und Empfangsdioden erfolgt typischerweise als Topfdioden oder Sidelooker. Diese Bauelemente sind in sogenannten Receptacles verbaut, die entweder genormte oder kundenspezifische Steckverbinderanschlüsse aufweisen. Die elektrischen Anschlüsse sind für das Einlöten auf Leiterplatten ausgelegt. Auf der optischen Seite kommen Steckverbinder zum Einsatz, die auf Lichtwellenleiterkabel konfektioniert werden. Für POF-Systeme werden auch steckerlose optische Klemmen verwendet. Mit diesen Bauelementen steht dem Anwender heute ein breites Spektrum an Lösungen zur Verfügung, um unterschiedlichste Anforderungen in der LWL-Technik zu realisieren.

LWL-Interfaces

In der Praxis existieren genormte Schnittstellen, um Installationen und Anwendungen mit Störpotenzial über Lichtwellenleiter (LWL) zu betreiben. Für diese Schnittstellen stehen angepasste LWL-Geräte – sogenannte Interfaces, auch als Konverter oder Modems bezeichnet – zur Verfügung. Diese Interfaces verfügen über unterschiedliche Steckverbinder für den elektrischen sowie den optischen Anschluss und lassen sich direkt an die Standardschnittstellen adaptieren, da sie normgerecht oder nach kundenspezifischen Vorgaben gefertigt werden.

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Werkzeuge für Lichtwellenleiter

Die für die Konfektionierung von Steckverbindern und Spleißverbindungen erforderlichen Werkzeuge sind sowohl für dauerhafte als auch für wiederlösbare Verbindungen erhältlich. Sie stehen einzeln oder als Komplettsets in speziell abgestimmten Werkzeugkoffern zur Verfügung – jeweils passend zu den verwendeten Kabel- und Steckverbindertypen. Für Spleißverbindungen, also das Verschweißen von Glasfasern, gibt es sowohl manuelle als auch automatisch justierende Spleißgeräte, mit denen Fasern direkt miteinander verschmolzen werden können. Halbautomatische Geräte zum Schleifen und Polieren von Lichtwellenleiter-Steckverbindern sind in angepassten Ausführungen am Markt verfügbar.

Messgeräte für die Lichtwellenleitertechnik

Anlagen und Geräte mit LWL-Technik machen Messungen erforderderlich. Die einfachsten Form ist mit Pegel sendern und Pegelmessern die Dämpfung zumessen. Mit dem Sender wird eine definierte Leistung in die Strecke eingekoppelt, die mit dem Pegelmesser an allen Verbindungsstellen gemessen werden kann. Da die Leistungswerte einer LWL-Strecke definiert sind, lassen sich Rückschlüsse auf Qualität und somit, falls nötig, auf Massnahmen zur Fehlerbeseitigung ziehen. Diese Massnahmen können folgende sein:

  • Austauschen von Sende-oderEmpfangsmodulen
  • Bei Kabelbruch zusätzliche Verbindungen
  • Erneuerung von Steckverbindern wegen zu hoher Dämpfung
  • Kabelaustausch bei defekten Kabeln

Die Pegelsender und Pegelmesser sind je nach Ausführung auch geeIgnet über eine USB-Schnittstelle Protokollierungen vorzunehmen. Die Funktionsbeschreibungen sind beigelegt. Um LWL Kabel auf grosser Distanz und in verlegtem Zustand auf Kabelbruch oder Dämpfungswerte zu vermessen existieren Reflexionsmessgeräte, sog.OTDR-Geräte = Optical Time Domaine Reflectometer. Diese Geräte zeigen in Form eines Pegeldiagramms über den gesamten Streckenverlauf die Kabeldämpfung auf, diese Werte können auch protokolliert werden.

Ergänzungs- und Korrekturvorschläge (KI)

1. Dispersion differenzierter behandeln

Der Artikel erwähnt Dispersion allgemein, aber Moden-, Material- und Wellenleiterdispersion sollten klar getrennt und bezogen auf die verschiedenen Fasertypen (MMF vs. SMF) ausführlicher behandelt werden

2. Normen & Klassifizierungen

Internationale Standards wie ITU-T G.651–657, ISO/IEC 11801 & 24702, IEC 60793 sowie die Klassifizierungen OM1–OM5, OS1/OS2 sind relevant und fehlen oder sollten ausführlicher sein

3. Dämpfungsfenster in Telekommunkation

Typische Übertragungsfenster („Optical Windows“) wie O‑Band (1260–1360 nm), C‑Band (1530–1565 nm), E‑Band (1360–1460 nm) mit Low‑Water‑Peak‑Fasern sollten ergänzt werden.

4. Numerische Apertur & Akzeptanzkegel

Formel und Bedeutung der numerischen Apertur (NA) sowie ihr Einfluss auf Einkopplung und Reichweite fehlen – eine kurze Erklärung mit Wertespanne (MMF ≈0,2–0,3; SMF ≈0,1) wäre hilfreich.

5. Modendispersion (bei MMF) vs. chromatische Dispersion (bei SMF)

MMF ist durch Modendispersion limitiert, SMF durch chromatische und Polarisation; dieser Vergleich fehlt im Artikel.

6. Herstellung & Materialien

Der technische Prozess – Preform-Herstellung (CVD), Faserziehen, Beschichtungsverfahren (UV‑Härter) – ist fundiert, aber eine Erwähnung üblicher Materialien (z. B. Dotierung mit Germaniumdioxid oder Fluor für den Mantel) wäre eine sinnvolle Ergänzung.

7. Sicherheitsaspekte & Verschlüsselung

Der Abschnitt zur Abhörsicherheit (Spleiße, Biegekoppler) ist vorhanden, könnte aber durch moderne Verfahren ergänzt werden – z. B. chaotische Verschlüsselung auf physikalischer Ebene bei industrieller Ethernet-Kommunikation 

8. Anwendungen & Ausnahmen

Weitere industrielle Anwendungen wie faseroptische Sensorik, Leistungsübertragung für Hochleistungs-Laser, Hochspannungstechnik (Optothyristoren etc.) erscheinen sinnvoll, falls noch nicht integriert – auch evtl. Ribbon-Fasern und Mehrfaserstecker (MPO/MTP) als Ergänzung.

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